

Als Teenie-Idol der frühen Nullerjahre war die Disney Channel-Schauspielerin und spätere Sängerin für viele die ultimativ coole Freundin – ein ganz gewöhnliches Mädchen, das zufällig auch berühmt war und alles hatte, was gerade angesagt war. Kein Wunder, dass Hilary Duffs Stimme bei Millennials sofort Erinnerungen an eine sorglose Jugend voller Schmetterlingshaarspangen und typischer TV-Serien weckt. In den letzten Jahren hat sich die Mutter von mittlerweile vier Kindern lange auf ihre Familie und ihre Schauspielkarriere konzentriert. Doch Ende 2025 kam die Überraschung: Duff gab bekannt, sie habe bei Atlantic Records unterschrieben und werde mit „luck… or something“ nach über einem Jahrzehnt wieder ein Album herausbringen. „Wenn du so lange raus bist, hast du keine Ahnung, wie die Reaktion ausfallen wird und ob da überhaupt noch jemand auf dich wartet“, gestand die 38-Jährige in einem Radio Takeover bei Apple Music kurz nach der Veröffentlichung der Lead-Single „Mature“. In der Sendung unterhielt sich Duff mit dem Songwriter und Produzenten Matthew Koma, der den Großteil des Albums produziert hat und mit dem sie seit sechs Jahren verheiratet ist. Ihr Comeback habe sie Koma zu verdanken, sagt sie, denn er habe sie dazu ermutigt: „Natürlich würde ich für immer zu Hause bei unseren Kindern bleiben, keine Frage. Aber du wusstest, dass ich das hier wirklich wollte“, so Duff. „Also haben wir uns hingesetzt, die Welt für eine Weile ausgesperrt und zusammen etwas wirklich Cooles geschaffen.“ Die enge Beziehung des Paares erklärt die Intimität von „luck… or something“. Auf dem Album trifft temperamentvoller Synthiepop auf hochemotionale sowie persönliche Themen wie Eifersucht, Entfremdung und das schleichende Gefühl, dass die besten Tage des Lebens vielleicht schon vorbei sind. In „Roommates“ sehnt sich Duff nach der chaotischen Spontaneität junger Liebe. In „Future Tripping“ entwickelt sie Paranoia wegen einer eingebildeten Midlife-Crisis ihres Partners. Viel zu große emotionale Distanz betrauert sie im bedrückenden 1980er-Pop-Track „We Don’t Talk“ – vermutlich geht es um ihre Schwester Haylie. Und in „Tell Me That Won’t Happen“ fleht sie geradezu verzweifelt: „I’m worried that I’ve felt everything I’ll ever feel/And I won’t again/Tell me that won’t happen“ („Ich habe Angst, schon alles gefühlt zu haben / Und dass ich nichts mehr fühlen werde / Sag mir, dass es nicht so kommen wird“). Mit der erfrischenden Offenheit auf diesem Album wird Hilary Duff ihrem ikonischen Status als zeitlose Millennial-Vertreterin auf jeden Fall vollends gerecht.