

Auf ihrem sechsten Studioalbum, das nur wenige Monate nach den Solodebütalben von Michael Clifford und Calum Hood erscheint, setzen sich 5 Seconds of Summer intensiv mit Themen wie Einsamkeit und Veränderung auseinander. Die Band experimentiert auf „EVERYONE’S A STAR!“ zudem mit kantigen, hymnischen Elektronik-Sounds, inspiriert von Gorillaz, N.E.R.D. und The Prodigy. So gibt es im Titeltracks einen Baggy-Retro-Beat, während in „Telephone Busy“ und „No. 1 Obsession“ stimmungsvoller Alt Pop dominiert. Wie der Mitsing-Refrain der Leadsingle „NOT OK“ mit den Worten „Hey, I’m not OK/I like the darker side of me“ („Hey, mir geht’s nicht gut / Ich mag meine dunklere Seite“) verkündet, widmet sich das Album eingehend melancholischen Themen. „Ghost“ und „Sick of Myself“ zeichnen zwei Porträts von gegenseitiger Abhängigkeit (einschließlich Drogensucht), während „The Rocks“ mit rauem Pop-Punk eine treffende Parallele zu Australien, dem Heimatland der Band, zieht: „Don’t you get sick of it?/Living in isolation/Cut off like an island nation.“ („Hast du nicht genug davon? / Dem Leben in Isolation / Abgeschnitten wie eine Inselnation.“) Und in „Boyband“ wehren sich die Künstler gegen die unterwürfige Konnotation dieses Begriffs, indem sie sich mit Affen vergleichen, die auf Kommando tanzen. Aber selbst die geschliffeneren Balladenklänge auf „EVERYONE’S A STAR!“ verraten unterschwellige Ängste, etwa in „I’m Scared I’ll Never Sleep Again“. Das bedeutet jedoch nicht, dass die vier Bandmitglieder auf der Suche nach Antworten verloren klingen. Diese Songs thematisieren offen das Chaos von Lebensübergängen und den Spaß am Feiern aus Verzweiflung.