

„Die jüngere Künstlergeneration Puerto Ricos hat aufgehört, sich mit dem Reggaeton zu beschäftigen“, sagt Omar Courtz gegenüber Apple Music. „Ich würde gerne die Flamme des puerto-ricanischen Reggaeton, der in den letzten Jahren an Zunder verloren hat, wieder entfachen.“ Diese ebenso persönliche wie ehrgeizige Aussage unterstreicht, dass seine Herkunft und der Wunsch, sie zu repräsentieren, für den in Carolina geborenen Musiker alles bedeuten. Courtz gehört zur neuen Welle von Boricua-Künstler:innen, die zunächst im lokalen Underground bekannt wurden und sich dann neben den etablierten Stars des Genres behaupteten. Jahrelange Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt – mit „PRIMERA MUSA“ geniesst Courtz endlich die Früchte seiner Arbeit. Die Inspiration und das konzeptionelle Leitmotiv des Albums sind unverkennbar: die Musik seiner prägenden Jahre in Puerto Rico. „Als ich die Tracks auswählte, dachte ich an meine Vorbilder – all jene, die ich als Kind gehört hatte“, erklärt er. Die 17 Tracks des Albums sind tief in der Boricua-Kultur verwurzelt, voller unerwarteter Team-ups und unterschiedlicher Stimmungen. „Dieses Album richtet sich an den Nachtclub, die Strasse, meine Fans – an alle, die Lust haben, zuzuhören und meine Geschichten zu teilen.“ Hier führt er uns durch einige der wichtigsten Tracks des Albums. „UNA NOTi“ Als ich diesen Song gemacht habe, war ich buchstäblich high. Ich ging nach einer Show ins Studio und nahm ihn mit einem anderen Beat auf. Es begann mit der Melodie, und wir entwickelten den Rest mit Haze als Producer. Ich improvisierte mit dem Text und nahm dann das Ganze mit einem neuen Backing-Track frisch auf. Aber ich mochte die Stimmen nicht, also kehrte ich zur ursprünglichen Session zurück, die wirklich intensiv klang. Die Leute denken, der Titel bezieht sich auf eine Nachricht, aber eigentlich geht es um „la nota“ (puerto-ricanischer Slang für das Gefühl, high zu sein). „M U S A E L E V Á“ Ich höre Rihanna seit meiner Schulzeit – dieses rhythmische Muster hat sich wahrscheinlich in meinem Unterbewusstsein festgesetzt. Bassy, der Producer dieses und anderer Tracks auf dem Album, wuchs ebenfalls mit diesen Grössen auf, und wir teilen dieselben Einflüsse. Als ich ihm sagte, dass ich etwas in Richtung Afrobeat suchte, hat er es sofort verstanden. Wir wollten aber trotzdem einen puerto-ricanischen Touch haben, und da kam uns das hier in den Sinn. „DRIPPEO KBRON“ Dieses Projekt ist etwas Besonderes, weil es verschiedene Seiten meiner Persönlichkeit zeigt. Ich singe nicht nur über Frauen und mache Musik für den Nachtclub, sondern nehme auch gerne Trap-Songs mit Künstler:innen auf, die ich respektiere. Für diesen Track habe ich Dei V angerufen. Er ist sehr talentiert, und ich hatte die Gelegenheit, ihm von meinem Projekt zu erzählen. Am Ende haben wir mehrere Songs zusammen aufgenommen, und das ist einer von ihnen. Ich wollte, dass das Album auch ein paar harte Sounds für die Strasse enthält. Die Platte zeigt die verschiedenen Facetten meines Lebens. „A L O C A - T“ Es beginnt mit einer Anspielung auf „Alócate“ von Zion. Zion & Lennox waren schon immer einer meiner grössten Einflüsse. „Motivando a la Yal“ war das erste Album, das ich mir mit meinem eigenen Geld besorgte. Im Haus meiner Grossmutter gab es einen CD-Player und ich bekam ein paar Alben geschenkt, aber das war das erste, das ich mir selbst gekauft habe. Ich spielte es so oft, dass es sich in mein Gehirn eingebrannt hat und meine eigene Musik beeinflusst. Zion & Lennox bedeuten mit sehr viel. „SERIO CON ESE Q“ Die Zusammenarbeit mit Anuel AA war fantastisch. Er war derjenige, der sich mit uns in Verbindung gesetzt hatte. Er wollte einen Remix von „LUCES DE COLORES“ machen, aber ich schlug vor, stattdessen etwas Neues zu erschaffen. Wir haben ihm ein paar Tracks gezeigt, und „SERIO CON ESE Q“ war einer davon. Aufgenommen haben wir ihn in Miami. Bassy und ich hatten schon einen Teil des Songs ausgearbeitet. Ich brachte die Melodie ein, den Text verfassten wir dann gemeinsam. Wir schlossen uns im Studio ein und stellten den Track in einem Rutsch fertig. Wir hatten schon einmal auf einem anderen Album zusammengearbeitet, aber das hier lief auch wirklich gut. „LUCES DE COLORES“ Ich habe mit Bassy zusammengearbeitet, der zudem die Songs mit Anuel AA und Rauw Alejandro gemacht hat. Wir lieben Reggaeton, schätzen aber auch viele andere Genres – als Kinder hörten wir Trap und R&B. Obwohl wir versuchen, die Essenz des Reggaeton zu bewahren, wollten wir auch andere inspirierende Klänge in die Melodien oder Texte einfliessen lassen. Dies ist einer der Tracks, bei dem wir Reggaeton mit verschiedenen Einflüssen kombiniert haben.