Honkytonk Hollywood

Honkytonk Hollywood

Seit der Veröffentlichung von „Mr. Saturday Night“ im Jahr 2022 hat sich Jon Pardis Leben grundlegend verändert. Der aus Kalifornien stammende Country-Hitmacher und einst berüchtigte Partyboy ist inzwischen Vater geworden: 2023 kam seine erste Tochter zur Welt, ein Jahr später folgte die zweite. Mit dem neuen Album steht Pardi nun kurz vor seinem 40. Geburtstag – und zeigt sich musikalisch nachdenklicher als je zuvor. Zwar mangelt es den 17 Tracks keineswegs an Alkohol oder leichtsinnigen Ideen, doch Pardi wagt sich auch in ernstere Gefilde: etwa mit der rührenden Ballade „She Drives Away“, in der er über das Vatersein reflektiert, oder dem düsteren „Gamblin’ Man“, das vom Absturz nach zu viel Exzess erzählt. „Ich habe das Gefühl, dieses Album ist weniger Party und deutlich mehr Soul – aber es bleibt trotzdem tanzbar“, sagt er im Gespräch mit Apple Music. „Ich glaube, es steckt vielschichtiges Material drin. Manche Songs werden sich für die Hörer:innen persönlicher anfühlen als auf meinen bisherigen Alben.“ Zu den Highlights von „Honkytonk Hollywood“ zählen der Opener „Boots Off“, eine augenzwinkernde Retro-Hommage an heisse Nächte, und das vorletzte Stück „Who I Don’t Wanna Be“, eine raue, melodische Auseinandersetzung mit Reue und Erlösung. Abgerundet wird das Album von „Kinda Wanna Keep It That Way“, einer lässig-souligen Hymne für alle, die lieber gegen den Strom schwimmen. Im Folgenden gibt Pardi Einblicke in einige der wichtigsten Songs. „Boots Off“ Ich hatte keinen Stiefelknecht, und selbst wenn man schöne Stiefel hat – sie sind nicht belüftet, also werden die Füsse heiss. Wenn dann alles ein bisschen angeschwollen ist, wird’s noch schwerer, sie auszuziehen. Und dann dachte ich: Wir wollten gerade loslegen, und ich war noch damit beschäftigt, meine Stiefel auszuziehen. Ich hab sie einfach nicht schnell genug runterbekommen. So kam mir die Idee zur Hook. Es war witzig: Ich meinte nur, „Mann, wir wollten doch gerade loslegen – und du hängst an deinen Stiefeln fest.“ Wie gemacht für einen guten Song. „Gamblin’ Man“ „Gamblin’ Man“ ist ein harter Song. Er handelt von Verlust – und zwar nicht nur den einer Frau. Es geht darum, sich in etwas zu verlieren, das einem alles nimmt, und dabei Fehler zu machen. Meine Lieblingszeile in diesem Song ist: „Yeah, they keep on bringing them drinks.“ („Ja, sie bringen ihnen ständig Drinks.“) Es geht darum, dass man beim Zocken kostenlose Getränke bekommt. Die muss man zwar nicht bezahlen, aber umsonst sind sie trotzdem nicht. Ich liebe diese Zeile, denn man kann sie auf vieles übertragen. Ein bisschen zu viel davon, und es hat seinen Preis. „She Drives Away“ In meinen Songs geht’s oft um Drinks, Bier, gute Laune und Tanzen – aber das hier ist mein erster Song als Vater, mein erster Song übers Elternsein. Es gibt so viele Mamas und Papas da draussen, so viele Neugeborene – da ist es schön, einen kleinen Titelsong für alle „Girl Dads“ zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass er irgendwann auf Hochzeiten läuft, bei Vater-Tochter-Tänzen.

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