

Zwei sonore Stimmen, die zur bedingungslosen Hingabe einladen. Songs, die unausweichlich den Discofox fordern. Und Themen, die niemals an Aktualität verlieren, solange es auf dieser Welt Liebe und Leidenschaft gibt: Mit souveräner Konstanz behauptet sich das Duo Fantasy seit Jahren an der Spitze des Schlagers. Und das liegt vor allem an der erzählerischen Nähe, die Fredi Malinowski und Martin Hein in ihre Songs legen. Ihre Geschichten kreisen nicht um große Gesten allein, sondern um die Brüche dazwischen: Zweifel, Sehnsucht, zweite Chancen. Genau darin liegt ihre Bedeutung für das Genre – sie liefern Emotion ohne Pathos-Überladung und bleiben dabei nah an der Lebensrealität ihres Publikums. Mit ihrem 15. Album „Bube Dame König“ öffnen sie sich nun bewusst neuen Impulsen. Junge Songwriter:innen bringen frische Perspektiven ein, ohne den Kern des Duos zu verwässern. Das Ergebnis ist ein Werk, das vertraut klingt und doch spürbar beweglicher wirkt – moderner, mutiger, manchmal fast verspielt. Der Titelsong setzt den Ton: eine augenzwinkernde Dreiecksgeschichte, eingängig und charmant erzählt. „Ein anderer Duft“ verbindet treibende Leichtigkeit mit einem ernsteren Thema – Untreue wird hier nicht dramatisiert, sondern mit einem optimistischen Blick auf neues Vertrauen verknüpft. Deutlich kantiger zeigt sich „Heut Nacht brauch ich ne Lüge“, das mit poppigem Drive und Gitarrenakzenten – Modern Talking lassen grüßen – eine ungewohnte Seite des Duos hervorholt. Seine größte Stärke entfaltet das Album jedoch in den leisen Momenten. „Jeder Tag mit dir“ wirkt wie ein Gegenentwurf zur Schnelllebigkeit – eine Hymne auf Beständigkeit. Und mit „Lüg mich bitte nochmal an“ wagen Fantasy den Blick in emotionale Grauzonen: dorthin, wo Liebe und Selbsttäuschung untrennbar werden. So gelingt den beiden erneut ein Balanceakt: „Bube Dame König“ ist gleichermaßen Tanzfläche und Innenwelt – ein Schlageralbum, das unterhält, mitreißt und dazu einlädt, genauer hinzuhören.